Volkstrauertag | Opfer des SED-Terrors

Opfer des SED-Terrors gedenken ihrer Toten auf Friedhöfen in Berlin-Hohenschönhausen und Sachsenhausen


Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof Berlin-Hohenschönhausen, Gärtnerstr. 7.
Fotos & Audio-Recording: © Ralf Gründer, 15.11.2009

PRESSETEXT

Berlin/Sachsenhausen, 13.11.2009/cw – Verfolgte und Opfer der DDR-SED-Diktatur gedenken gemeinsam ihrer Toten in den Lagern und Zuchthäusern der Sowjetische Besatzung und des DDR-SED-Regimes. Am kommenden Volkstrauertag, 15. November, werden zunächst auf dem Friedhof in Hohenschönhausen, Gärtnerstr. 7 nach einer Trauerfeier um 11:00 Uhr Kränze und Gebinde niedergelegt.

In Hohenschönhausen wollen die Überlebenden vor allem der auf 3.000 geschätzten toten Kameraden gedenken, die in dem dortigen einstigen Internierungslager der Sowjets und späteren zentralen Un­ter­such­ungs­ge­fäng­nis des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit zwischen 1945 und 1955 ums Leben kamen.

In der Gedenkstätte Sachsenhausen (Oranienburg) werden zur Erinnerung an die über 12.000 Toten des seinerzeitigen sowjetischen Internierungslagers zwischen 1945 und1950 um 14:00 Uhr Kränze und Blumen niedergelegt.

Hier war 1946 auch der berühmte Schauspieler Heinrich George ums Leben gekommen, nachdem dieser im Mai 1946 von Hohenschönhausen in das Lager Sachsenhausen verlegt worden war; seine Ruhestätte und Ehrengrab der Stadt Berlin befindet sich nach der Umbettung auf dem Wald­fried­hof Berlin-Zeh­len­dorf (Onkel-Tom-Straße).
Der Friedhof Hohenschönhausen in der Gärtnerstraße wurde nach umfangreichen Arbeiten 1995 ein­ge­weiht. 286 Tote, die rund um das Stasi-Gefängnis im Sperrgebert aufgefunden worden waren, fan­den dort ihre letzte Ruhe­stätte.

Nach Angaben von Hartmut Richter, einem ehemaligen Insassen von Hohenschönhausen, der sich ehr­en­amt­lich an der Herrichtung des Friedhofes beteiligt hatte, wurden von Moskau bisher 879 der auf 3.000 geschätzten Opfer offiziell anerkannt.

„Nach dem Deutschen Kriegsgräber- und Friedhofsgesetz müssten das gesamte Sperrgebiet und der Park am Prenzlauer Berg nach sterblichen Überresten dieser einst kaltblütig verscharrten Opfer ab­ge­sucht werden. Aber das Thema steht offenbar nicht auf der Agenda der politisch Ver­ant­wort­lich­en”, so Richter in einer Verlautbarung der Vereinigung 17. Juni zum Gedenken am Volkstrauertag.

KONTAKT

V.i.S.d.P: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., C.W.Holzapfel, Tel.: 030/30207785 oder 0176-48061953 – www.17juni1953.deDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


Tipp 1: Tagung Mauer und Grenze - Denkmal und Gedenken <2009, Berlin>
Tagung Mauer und Grenze - Denkmal und Gedenken : Dokumentation der Tagung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz vom 10.-12. Mai 2009 in Berlin / [Hrsg.: Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz. Red.: Sarah Bornhorst ...]. - 1. Aufl. - Bonn : Dt. Nationalkomitee für Denkmalschutz, 2009. - 179 S. : Ill., Kt.
(Schriftenreihe des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz ; 76,2)

Tipp 2: Forschen und Gedenken / Gabriele Camphausen. -
A. Bestandsaufnahme Berliner und Brandenburger zeithistorischer Forschungseinrichtungen und Gedenkstätten zur Geschichte des NS-Staates und der DDR. - Berlin, 2002. - VII, 255 Bl.

Tipp 3: Zwischen Bautzen und Workuta : totalitäre Gewaltherrschaft und Haftfolgen / zsgest. und hrsg. von Klaus-Peter Graffius ... - 2., erw. Aufl. mit einer Bewertung aus russischer historisch-juristischer Sicht. - Leipzig : Leipziger Univ.-Verl., 2004. - 237 S. : graph. Darst.
ISBN 3-937209-76-X

Tipp 4: Otto, Wilfriede
Zwangsarbeit in Workuta : deutsche Häftlinge über Stalinismus und Repression / Wilfriede Otto. [Hrsg.: "Helle Panke" zur Förderung von Politik, Bildung und Kultur e.V.]. - Berlin : Helle Panke, 2006. - 51 S. ; 21 cm.
(Pankower Vorträge / Hrsg. Helle Panke e.V. - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin ; 83)