Interview mit Michael M. Schulz nach der Filmvorführung „Die Vergessenen - Tod, wo andere Urlaub machen”, Ralf Gründer, Berlin

Wie „durch ein Wunder”, oder mit „Gottes Segen, gelang es dem DDR-Bewohner Michael M. Schulz, zusammen mit seiner Frau, 1974 über Bulgarien in die Türkei zu fliehen. Sie unternahmen nicht den Versuch, die bulgarischen Sperranlagen zu überwinden, die überall von mordwilligen KZ-Wächtern bewacht wurden, sondern versuchten ihr Glück an einem bulgarisch-türkischen Grenzübergang. Dieser erlebte schon frühmorgens einen starken Reiseandrang, war direkt nach seiner Öffnung aber noch schwach besetzt. Das Paar konnte sich durch den Übergang mogeln, indem sie neben einem VW-Bus hergingen, dessen hinterer Teil verschlossen war, sodass der Kontrolleur sie vom Beifahrerfenster aus nicht sehen konnte. Danach täuschten sie vor, einen liegengebliebenen PKW über die Grenze zu schieben. Dieses Fahrzeug gehörte allerdings zu Freunden aus Deutschland, die die Panne zur Fluchthilfe lediglich vortäuschten. Nachdem der Wagen rollte und der Motor lief, stiegen die Flüchtlinge ins Auto und verließen unversehrt und glücklich den kommunistischen Herrschaftsbereich.

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TV-Tipp: „Die Vergessenen. Tod, wo andere Urlaub machen”

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