Bericht über Ereignisse und Einsatz der Schutz- und Bereitschaftspolizei vom 13.8. - 13.11.1961

Insgesamt sind bei Fluchtversuchen - soweit hier feststellbar - bisher 8 Menschen umgekommen:

Am 24.8.1961 - nachmittags - Vopo und Trapo erschießen einen Flüchtling [Günter Litfin*] im Humboldthafen.

Am 29.8.1.961: Angehörige der Betriebskampfgruppen erschießen in Teltow, in der Nähe der Wupperbrücke, einen den Teltowkanal durchschwimmenden Flüchtling [Roland Hoff*] durch eine KP-Salve.

Am 4.10.1961, gegen 20.00 Uhr, versuchen zwei männliche Personen über die Dächer der Häuser in der Bernauer Straße zu flüchten.

Von Vopo entdeckt, springt ein Flüchtling [Bernd Lünser*] nach einem Handgemenge vom Dach hinunter, verfehlt jedoch das von der Feuerwehr aufgespannte Sprungtuch und verunglückt tödlich.

Am 5.10.1961 gegen 23.40 Uhr, schießen Vopo auf zwei die Spree an der Oberbaumbrücke durchschwimmende Flüchtlinge. Ein Flüchtling wird durch eine MP-Salve getötet, der andere ertrinkt offenbar infolge der Anstrengung der Flucht. Die Leiche wird später ohne Schussverletzung auf West-Berliner Gebiet geborgen.

Außerdem starben weitere drei Personen im Zusammenhang mit der Flucht:

47 jähriger Kraftfahrer Rudolf Urban zieht sich beim Abseilen aus einem Fenster der in der 1. Etage gelegenen Wohnung in der Str. 1 am 19.8.1961, gegen 12.15 Uhr, einen Unterschenkeltrümmerbruch zu.

Auf Grund der Verletzung und einer hinzugezogenen Lungenentzündung, stirbt er am 17.9.1961.

58 jährige Ida Siekmann springt am 22.8.1961, gegen 07.00 Uhr, nachdem sie einen Teil ihrer persönlichen Habe auf die Straße geworfen hatte, aus  einem Fenster ihrer in der Bernauer Straße 48 in der 2. Etage gelegenen Wohnung und verunglückt tödlich.

80 jährige Olga Segler springt am 25.9.1961, gegen 21.05 Uhr, aus einen Fenster ihrer in der Bernauer Str. 34 in der 2. Etage gelegenen Wohnung in ein Sprungtuch der Feuerwehr.

Mit Schockwirkung und Rückenprellung wird sie einen Krankenhaus zugeführt, wo sie am 26.9.1961 verstarb.