IV. Gegenmaßnahmen

1. Nach den rigorosen Sperrmaßnahmen des Sowjetzonenregimes musste sich der schutzpolizeiliche Einsatz darauf konzentrieren, die zu Hunderten an die Sektor- und Zonengrenze strömenden West-Berliner unter Kontrolle zu halten, um schwerwiegende Zwischenfälle zu verhindern.

Schwerpunkte in den ersten Tagen: Raum Brandenburger Tor und Potsdamer Platz.

Hier bildeten sich am 13.8.1961 starke Ansammlungen von Bürgern, die erregt gegen die Errichtung der Grenzsperren protestierten, sie teilweise einrissen und gegen die Organe des Sowjetzonenregimes eine drohende Haltung einnahmen. Als der Zustrom zum Brandenburger Tor und Potsdamer Platz auch während des 14.8.1961 unverändert anhielt und sich die Lage für den einzelnen sowie die aufgebrachte Menge - nicht zuletzt durch das rücksichtslose Vorgehen der Vopo - lebensbedrohend entwickelte, wurde das gesamte Gebiet durch Schutzpolizeibeamte geräumt und vom Kemperplatz in nördlicher Richtung ein ca. 200 m westlich des sowjetischen Ehrenmals verlaufender Sperrgürtel gezogen.

Hierbei konnten sich am Abend des 14.8.1961 auf der Straße des 17. Juni Teile der II. Abteilung Bereitschaftspolizei im harten Einsatz gegen West-Berliner Rowdys bewähren.

Die Sperrzone musste auch während der folgenden Zeit – im wesentlichen bis zum heutigen Tage – aufrecht erhalten werden.

Weitere Schwerpunkte bildeten sich bald in den Bezirken Reinickendorf (Klemkestraße, S-Bahnhöfe Schönholz und Wilhelmsruh), Wedding (Bernauer Straße), Kreuzberg (Friedrichstraße, Moritzplatz, Oberbaumbrücke), Neukölln (Harzer Straße, Bouchestraße, Lohmühlenbrücke).

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