Sektorengrenze | Bernauer Straße

Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 2 (Schöneberg) am östlichen Ende der Bernauer Straße. Foto: Sigurd Hilkenbach (1964)

Endhaltestelle der Straßenbahn Linie 2 am östlichen Ende der Bernauer Straße. Foto: © Sigurd Hilkenbach, Signatur: sh_1964-05-20-013-64-37

Endhaltestelle der Straßenbahn Linie 2 (Schöneberg - Gotenstr.) vor der Berliner Mauer, die die Durchfahrt in den sowjetischen Sektor von Berlin versperrt. Um den Sichtkontakt zwischen Ost und West zu unterbinden, ließ SED-Chef Walter Ulbricht die Fenster der Wohnhäuser in der Bernauer Straße zumauern und östlich der Mauer zusätzlich eine bis zu 8 Meter hohe Sichtblende errichten. Walter Ulbricht war der Meinung, dass sich Brüder, Schwestern, Freunde und Bekannte von beiderseits der Sektorengrenze nicht mehr ansehen und miteinander Sprechen durften, weil das seine Marionettenmacht unterhöhlte.

Auf der Schandmauer (Bauform der ,ersten′ Generation) steht in großen weißen Buchstaben das Graffiti „Die Mauer muss weg! KZ" und „Es gibt nur ein Berlin!″

Seit der Eröffnung der Linie 2 am 15.01.1948 fuhr die Straßenbahn von der Werftstraße (Moabit) bis zur Mansteinstraße, ohne dabei den sowjetischen Sektor zu berühren. Ab dem 15. Dezember 1951 fuhr die Linie 2 dann von der Bernauer-, Ecke Wolliner Straße bis zur Mansteinstraße, später auch bis zum Hermannplatz, bzw. Spreewaldplatz und Gotenstraße.

Am 1. Juni 1964 wurde die Linie dann endgültig eingestellt.

Mit der Einstellung der Linie 2 am 1. Juni 1964 verschwand die Straßenbahn aus großen Teilen von Schöneberg, Moabit und Wedding.

 


Tipp:  Die Strassenbahnlinien im westlichen Teil Belins, Erster Teil: Linien 1 - 54, Wolfgang Kramer, Sigurd Hilkenbach, Claude Jeanmaire, Verlag Eisenbahn