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Brigitte Jäger und Gail Halvorsen bei der Präsentation des Buches Kaugummi und Schokolade im Flughafen Berlin-Tempelhof. Foto: © Ralf Gründer, 21.09.2005

Gail Seymore Halvorsen wurde in Salt Lake City, Utah, geboren und wuchs auf kleinen Farmen in Utah und Idaho auf. Im September 1941 erhielt er nach Absolvierung des Civilian Pilot Training Programs den Flugschein für Privatpiloten. Fast gleichzeitig schloss er sich der Civil Air Patrol als Pilot an. Im Juni 1942 trat er in den United States Army Air Corps ein. Die Ausbildung zum Jagdpiloten erfolgte durch die Royal Air Force. Danach kehrte er zum Army Air Corps zurück und übernahm Frachtfluge im Südatlantik.

In den Jahren 1948 und 1949 war er einer der Piloten der Berliner Luftbrücke und wurde dort unter den Spitznamen „Onkel Wackelflügel“, „Schokoladepilot“ und „Berlin Candy Bomber“ bekannt. Die Blockade Berlins begann im Juni 1948 und wurde am 12. Mai 1949 wieder aufgehoben. Die Versorgungsflüge wurden bis zum 30. September 1949 aufrechterhalten, um Lebensmittelreserven einzulagern.

1952 erhielt Halvorsen vom Air Force Institute of Technology seinen Bachelor und Masters Titel als Luftfahrtingenieur. Von 1952 bis 1970 arbeitete er in Forschungs- und Entwicklungsprojekten des Air Force Systems Command und im Air Force Space Program. Das Titan III Space Launch Fahrzeug war eines seiner Projekte.

1970 übernahm Halvorsen die Aufgabe des Kommandanten des Flughafens Berlin-Tempelhof und wurde gleichzeitig der Vertreter der US Air Force in der Stadt Berlin. 1973 erhielt er nach einem Fernstudium einen weiteren Masters Titel.

Am 30. September 1974 trat Halvorsen nach mehr als 8000 Flugstunden in den Ruhestand. Zusätzlich zu den Auszeichnungen der Air Force erhielt er das Heeresverdienstkreuz, den Cheney Award 1948-49, im Jahr 1998 den Ira Eaker „Fellow” Award vom USAF Chief of Staff General Ryan, den Americanism Award der Air Force Sergeants Association 1998 (frühere Ehrenträger waren Bob Hope und President George Bush). 1974 erhielt er das deutsche Bundesverdienstkreuz. Außerdem erhielt er den Freedom Award der Stadt Provo, den Distinguished Humanitarians Award vom Institut für deutsch-amerikanische Beziehungen im Jahr 1999. Mit anderen Luftbrückenpiloten erhielt er 1998 den Erich Warburg Preis (früherer Ehrenträger war Henry Kissinger). Am 5. Februar 2004 erhielt er den Freedom Foundation at Valley Forge National Award für die Völkerverständigung des Staates Utah.

Zehn Jahre lang war er stellvertretender Dekan für Studentenbeziehungen auf der BYU Universität. Die Jahre 1986 und 1987 verbrachten er und seine Frau für einen Lehrauftrag in Großbritannien.

Im Jahr 1999 wurde Halvorsen in die Airlift/Tanker Hall of Fame aufgenommen, im Mai 2001 in die Utah Aviation Hall of Fame.

Am 6. August 2003 eröffnete Halvorsen die New York City NASDAQ Börse.



Quelle: Gail S. Halvorsen: Kaugummi und Schokolade, Die Erinnerungen des Berliner Candy Bombers, Edition Grüntal, Seite 217-218

Lit.: Onkel Wackelflüge, Berliner Zeitung, S., 3, Nr. 223, 23.09.2005

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