Fluchten aus dem „KZ“-DDR (1973 - 1975)

Fluchten aus dem „KZ“-DDR im Zeitraum 1973 - 1975

3. Versuche des Grenzdurchbruches

Die Anzahl der versuchten Grenzdurchbrüche vom Territorium der Deutschen Demokratischen Republik aus ist in den letzten Jahren ständig weiter zurückgegangen. Den Versuch bzw. die Vorbereitung eines Grenzdurchbruches vom Territorium der Deutschen Demokratischen Republik über die Staatsgrenze zur BRD, zu WESTBERLIN bzw. über die Seegrenze unternahmen:

- im Jahre 1973 3 004 Personen (= 100 %)
- im Jahre 1974 1 797 Personen (= 60 %)
- im Jahre 1975 1 397 Personen (= 47 %)

Auch im Jahre 1976 zeichnet sich die Fortsetzung dieser Tendenz ab. Im 1. Halbjahr 1976 unternahmen vom Territorium der DDR aus 455 Personen den Versuch bzw. die Vorbereitung eines Grenzdurchbruches, davon

- an der Staatsgrenze zur BRD 67 %
- an der Staatsgrenze zu WESTBERLIN 26 %
- an der Seegrenze der DDR 7 %

94,5 % der versuchten bzw. vorbereiteten Grenzdurchbrüche wurden durch die Grenztruppen der DDR, die Grenzsicherungskräfte der Volksmarine bzw. die Kräfte des Ministeriums für Staatssicherheit sowie des Ministeriums des Innern verhindert, davon 85 % bereits in der Tiefe des Territoriums der DDR.

25 Personen gelang es, den Grenzdurchbruch durchzuführen.

Die Versuche des Grenzdurchbruchs konzentrieren sich insbesondere auf den Grenzabschnitt:

- der-Bezirke MAGDEBURG und ERFURT sowie
- der Hauptstadt der DDR, BERLIN

(Anlage 4).

Hinsichtlich der altersmäßigen Zusammensetzung der Grenzverletzer bilden männliche Personen im Alter von 14 bis 25 Jahren den Schwerpunkt.

Bei den Versuchen des Grenzdurchbruches zeichnet sich die Tendenz zunehmender Gefährlichkeit und Brutalität in den Handlungen der Grenzverletzer ab.

Mit dem Ziel des ungesetzlichen Eindringens in die Deutsche Demokratische Republik versuchten im 1. Halbjahr 1976

- 74 Personen vom Territorium der BRD aus und
- 26 Personen von WESTBERLIN aus

die Staatsgrenze zu durchbrechen. Die Grenzverletzer wurden durch die Grenztruppen der DDR bzw. die anderen Schutz- und Sicherheitsorgane festgenommen.

4. Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung im Grenzgebiet

Durch die weitere kontinuierliche Verwirklichung

- des Beschlusses des Politbüros des Zentralkomitees der SED vom 06.07.1971 über Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit und Ordnung an der Staatsgrenze der DDR sowie

- der Direktive des Sekretariats des Zentralkomitees der SED zur weiteren Arbeit im Grenzgebiet an der Staatsgrenze zur BRD und zu WESTBERLIN vom 28.10.1971

entstanden zunehmend bessere Bedingungen für die Gewährleistung der zuverlässigen Sicherung der Staatsgrenze.

1962 - 1967 PMD 6
Minen mit einem Zug bzw. Druckzünder in einem Holzkasten eingebaut – Erdverlegung -

1962 - 1964 POMS 2
Stand auf einem Holzpfahl als Splittermine ausgelegt, hat einen Zugzünder, war mit Drähten verbunden.

1967 - 1973 PMN
Eine Tretmine - Erdverlegung -

1972 - 1975 PMP 71
Ebenfalls eine Tretmine - Erdverlegung -

1977 - 1983 PPM 2
Diese war mit einem elektronischen Zünder versehen - Erdverlegung -

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Tipp 1:

Der Bau der Mauer durch Berlin : Die Flucht aus der Sowjetzone und die Sperrmaßnahmen des kommunistischen Regimes vom 13. August 1961 in Berlin. Faksimilierter Nachdruck der Denkschrift von 1961. Hrsg. vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen, Bonn und Berlin, 07.09.1961

Tipp 2:

Detjen, Marion
Ein Loch in der Mauer : die Geschichte der Fluchthilfe im geteilten Deutschland 1961-1989 / Marion Detjen. - 1. Aufl. - München : Siedler, 2005. - 475 S. : Ill. ; 215 mm x 135 mm. - Zugl.: Berlin, Freie Univ., Diss., 2005. ISBN 3-88680-834-3