Alliierte Konferenzen | Jalta (4. - 12.2.1945)

Jalta Konferenz

Alliierte Konferenz von Jalta (4. bis 12. Februar 1945)

An der „Krim-Konferenz“ nahmen die Außenminister der VEREINIGTE STAATEN, England und die Sowjetunion teil.

„Am Nachmittag des 12. Februar wurde das offizielle Kommuniqué über die Konferenz zwischen Präsident Roosevelt, Ministerpräsident Churchill und Marschall Stalin in Jalta auf der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer veröffentlicht.

Für die Konferenz wurde nach einer von Stalin in einem Trinkspruch angewandten Bezeichnung die Benennung „Krim-Konferenz“ gewählt. Das Abschlusskommuniqué, das in mehrere Teilabschnitte gegliedert ist, befasst sich im ersten Abschnitt mit den geplanten Maßnahmen gegen Deutschland. Deutschland soll in getrennten Zonen besetzt werden, die zentrale Kommission zur Verwaltung des Reiches würde ihren Sitz in Berlin haben. Eine Kommission zur Feststellung der durch Deutschland verursachten Sachschäden und zur Feststellung der daraus herzuleitenden Reparationen soll ihren Sitz in Moskau haben. Die Bedingungen, die Deutschland gestellt werden sollen, würden erst nach der militärischen Besiegung Deutschlands durch die Alliierten bekanntgegeben werden. Deutschland müsse bis auf die letzte Pistole entwaffnet, seine materielle Rüstung zerstört, sein Generalstab aufgelöst werden. Die gesamte deutsche Industrie, die für militärische Produktion gebraucht werden könnte, müsse unschädlich gemacht werden. Gebietsregelungen sollen erst nach Beendigung des Krieges erfolgen. In der polnischen Frage, die ein weiterer Abschnitt des Kommuniqués behandelt, wurde bestimmt, dass die künftige Ostgrenze Polens ungefähr der Curzon-Linie folgen solle. Es heißt in dem Kommuniqué, dass durch die vollständige „Befreiung“ Polens durch die Rote Armee sich eine neue Lage ergeben habe.

Es wird ferner ausgeführt, dass die Vereinigten Staaten die Sowjetunion und England anerkennen, dass Polen im Norden und Westen wesentlichen Gebietsgewinn erhalten soll. Die Vereinigten Staaten und England seien bereit, die polnische Regierung in Lublin anzuerkennen, die durch demokratische Vertreter ergänzt werden soll und mit ihr diplomatische Vertreter auszutauschen.

Die künftige polnische Regierung solle aus Wahlen hervorgehen, an der sich nur „demokratische und antinazistische“ Parteien beteiligen dürften. In der jugoslawischen Frage seien die drei Mächte übereingekommen, dass das Abkommen zwischen Marschall Tito und dem Ministerpräsidenten der Exilregierung in London, Subacic sofort in Kraft treten solle. In eine Erklärung über die gewünschte politische Entwicklung in den von den Alliierten „befreiten“ Ländern heißt es, diese Staaten müssten ihre dringenden politischen und wirtschaftlichen Probleme „mit demokratischen Mitteln“ lösen. Das müsse „durch Prozesse zustande gebracht werden, die es diesen Völkern gestatten, auch die letzten Spuren des Nazismus und des Faschismus zu vernichten“. Damit würde das Ziel der Atlantik-Charta verwirklicht werden. Zur Gestaltung der Zukunft wird die Gründung einer Weltsicherheitsorganisation im Stile der einstigen Genfer Liga in Aussicht genommen und auf Dumbarton Oaks verwiesen. Zu diesem Zweck werde eine Konferenz am 25. April in San Francisco zusammentreten, bei der auch die französische provisorische Regierung de Gaulle vertreten sein werde. Außerdem sollen laufend Konferenzen der Außenminister der drei Mächte stattfinden. Abschließend betont das Kommuniqué die Einigkeit der drei Großmächte.

Der „Völkische Beobachter“ schrieb zu dem Kommuniqué für Jalta u.a.:

Der Kern des Kommuniqués sind die Hass- und Vernichtungsparolen gegen Deutschland, die gleichfalls vor allem den Wünschen Moskaus entsprechen. Ohne eine Überrennung des Reiches ohne seine Vernichtung als militärischer Faktor und freier Staat ohne die vollendete körperliche und geistige Verkrüppelung seiner dezimierten Bevölkerung, ohne die Austilgung seiner Führerschicht und seines politischen Willenskerns überhaupt könnte Moskau niemals darauf rechnen, Europa dauernd unter sein Joch zu beugen. Die totale Auslöschung Deutschlands ist daher das höchste Ziel der Politik des Kremls. Dass Stalin seinen Partnern auf der Jalta-Konferenz nur eine Statistenrolle eingeräumt hat, ergibt sich aus allen Einzelheiten des umfangreichen Kommuniqués. Die Einigkeit zwischen den Alliierten, die am Schluss dieser Verlautbarung so nachdrücklich betont wird, beruht einfach darauf, dass Roosevelt und Churchill sich in allen Punkten diesen Sowjetforderungen gefügt haben. Stalin erhielt von ihnen alles zugestanden, was der weltrevolutionären Zielsetzung des Bolschewismus entspricht: Die volle Mitwirkung Englands und Amerikas an der angestrebten Vernichtung des einzigen gleichwertigen Gegenspielers der Sowjets, Deutschlands, und die bolschewistische Zersetzung ganz Europas durch Volksfrontregierungen, die einem Umsturz im Sinne Moskaus vorzuarbeiten haben, sowie eine „Lösung“ der polnischen und jugoslawischen Frage, die den Plänen des Kremls vollkommen entspricht.


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