Achtung! Achtung! Hier spricht das „Studio am Stacheldraht“

Männer der Nationalen Volksarmee! Wer einen Menschen erschießt, begeht einen Mord. Dieser Mord ist weder vor dem Gewissen, noch vor dem Gesetz zu rechtfertigen.

Gestern früh verblutete in unmittelbarer Nähe eures Grenzüberganges, ein Angehöriger der Nationalen Volksarmee. Er wurde von seinen Kameraden erschossen, nur weil er von Deutschland nach Deutschland gehen wollte.

Ein Teil von Euch gehört zu den neu einberufenen Jahrgängen, und sehr rasch habt ihr euch mit diesem Verhalten bei den Berlinern schlecht eingeführt. Die Folgen einer solchen Handlung kann niemand von euch nehmen. Wer als Mordschütze ausgezeichnet oder belobigt wird, bleibt gezeichnet - auch für seine Kameraden. Das haben die seit dem 13. August 1961 geflüchteten 380 Soldaten der Nationalen Volksarmee immer wieder bestätigt. Eure Schande wird um die ganze Welt gehen, und nicht dadurch beseitigt, dass euch einige Vorgesetzte dafür die Hand schütteln. Vergesst das niemals! Eines Tages werdet auch ihr Rechenschaft ablegen müssen, für jeden Schuss, den ihr auf Deutsche abgegeben habt.

Offiziere und Funktionäre, die euch heute unmenschliche Befehle geben, werden sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, wenn man euch zur Rechenschaft ziehen wird, steht ihr allein!

Wir haben euch immer wieder gesagt, wer auf Befehl Ulbrichts auf wehrlose Menschen schießt, die nur von Deutschland nach Deutschland gehen wollen, begeht einen Mord!

Wir haben euch immer wieder gesagt, Mord bleibt Mord, auch wenn er befohlen wird! Wir haben euch ferner immer wieder gesagt, wer einen solchen Mord begeht, wird dafür vor ein deutsches Gericht gestellt werden.

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