Ministerium des Innern - Bereitschaftspolizei

1. Grenzbrigade (B) Abschrift O. U., den 23.10.1961 / IV. Abteilung

An den Operativstab der ersten Grenzbrigade (B)

Betreff: Provokation durch Angehörige der amerikanischen Besatzungstruppen am KPP Friedrichstraße

Am 22.10.1961 gegen 19:15 Uhr erschien aus West Berlin kommend der amerikanische Pkw Typ Volkswagen mit dem Kennzeichen B - 20 00 (US Force) mit zwei Insassen in Zivil am KPP Friedrichstraße.

Das Fahrzeug wurde durch den Posten Wachtmeister Lange, Siegfried ordnungsgemäß gestoppt. Die Insassen wurden aufgefordert sich auszuweisen. Dieser Aufforderung kamen sie nicht nach und verlangten eine ungehinderte Durchfahrt durch das Demokratische Berlin. Diese wurde ihnen verweigert, weiterhin wurde ihnen bedeutet, dass sie den KPP zu verlassen haben. Dieser Aufforderung kamen sie ebenfalls nicht nach und blieben am KPP stehen.

Gegen 20:00 Uhr schien der Fahrer des Pkw an zu schimpfen, ließ den Motor des Fahrzeuges an und versuchte mit Gewalt den KPP zu durchfahren. Dabei mussten die Genossen Meistes (…) und Wachtmeister (Lange) zur Seite springen, um nicht überfahren zu werden. Durch wurde der Posten Oberwachtmeister Großmann alarmiert. Dieser konnte das Fahrzeug kurz vor der Kronenstraße zum Stehen bringen. Hier erfolgte wiederum die Aufforderung an die Insassen, sich auszuweiden. Dieser Aufforderung kamen sie jedoch wiederum nicht nach und blieben stehen.

in der Zwischenzeit erschien am Kap EP ein amerikanischer Soldat mit einem Siegelästen. Dieser Zivilist wurde als Oberst der amerikanischen Militärpolizei vorgestellt dieser angebliche Oberst forderte schimpfend ziemlich lautstark die sofortige Weiterfahrt des Pkw. Dabei wurde er gegen den Genossen Oberwachtmeister (leserlich) an der Uniform griff und versuchte ihn unleserlich. Der Genosse Kossmann konnte sich jedoch durchweg schieben des Zivilisten befreien. Dabei wurde festgestellt, dass der angebliche Oberst in Zivil im angetrunkenen Zustand war.

In dieser Zeit erschien ein Fahrzeug der amerikanischen Militärpolizei mit vier uniformierten Insassen. Diesem Fahrer dieser Fahrer fuhr vor den Pkw B-2000 und stieß mit einem Wink des angeblichen Obersten mit dem Fahrzeug zurück auf den Pkw B2 1000 zu. Dabei wurde der Oberwachtmeister Man zwischen zwei Fahrzeugen eingeklemmt. Er erlitt einen beiden Beinen Verletzungen.

Gegen 21:00 Uhr erschien ein weiteres Fahrzeuge Militärpolizei und setzte sich hinter den Pkw B2 - 1000. Gleichzeitig wurde durch den Oberst eine Gruppe amerikanischer Soldaten alarmiert und an der Staatsgrenze aufgestellt diese Juden ihre Waffen und betraten in einer Stärke von neuen man das demokratische Berlin. Sie marschierten bis zu dem bereits genannten Fahrzeugen und frankierten den Pkw B -2000 einen beiden Seiten. In dieser Formation bewegten sich die drei Fahrzeuge und die neuen Soldaten entlang der Friedrichstraße bis kurz vor die geistiger Straße. An dieser Stelle wendete die Formation und verließ nach Passieren des KPP das demokratische Berlin. Zu erwähnen ist noch, dass beim Eintreffen der 9 Soldaten am Fahrzeug das Bajonett von diesen aufgeklappt wurde.

Um 21.20 Uhr erschein der PKW B – 2000 wiederum am KPP, wurde ordnungsgemäß gestoppt. Die Insassen wurden wieder aufgefordert, die Ausweise zu zeigen. Dies wurde von diesen wiederum verweigert. Daraufhin erfolgte eine erneute Provokation durch die neun Soldaten mit einem Fahrzeug der Militärpolizei indem sie wieder in das demokratische Berlin eindrangen, und die beiden Fahrzeuge bis zur Krausenstraße begleiteten. Hier erfolgte erneut die Umkehr in Richtung Westberlin.

Gegen 21.30 Uhr erschien am KPP eine Gruppe Offiziere der sowjetischen Streitkräfte und klärten den Zwischenfall mit dem verantwortlichen amerikanischen Offizier.

Gegen 22.20 fuhren auf westberliner Seite 3 Fahrzeuge der US-Militärpolizei auf und verließen gegen 22.35 ihren Standort.

Der Genosse Oberwachtmeister Großmann musste auf Grund seiner erlittenen Verletzungen abgelöst werden. Er wurde dem VP-Krankenhaus zur Behandlung zugeführt.

Die Posten am KPP Friedrichstraße haben entsprechend ihre Aufgaben richtig gehandelt.

Der Dienst am KPP Friedrichstraße verläuft seit 22.35 Uhr wieder normal. Der Zwischenfall wurde mit allen Posten der KPP ausgewertet.

Kommandeur der IV. Abteilung Hauptmann

i.V gez.: Heinz Schäfer

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