Schema | Grenzabschnitt an der DL

Schema eines Grenzabschnittes an der Demarkationslinie

Schema eines Grenzabschnittes an der Demarkationslinie

Grafik »GVS Nr. G/079659«, Quelle: Schwurgerichtsanklage, 2 Js 26/90 - Seite 397 (1), »Geheime Verschlußsache!«

Synonyme: Antifaschistischer Schutzwall, Innerdeutsche Grenze, Schandmauer, KZ-Mauer, KZ-Wand, SED-Mauer, Ulbrichtmauer, GULag-Wall, Bolschewistische Mordgrenze, Eiserner Vorhang

Gefahrenbereich der Mine SM-70

Der Gefahrenbereich der Splittermine bzw. der Selbstschussanlage SM 70 (nicht um Berlin (West)) ....

Schutzstreifen

.....

Das DDR-Grenzregime war in den 70. Jahren wie folgt aufgebaut

A: Kartographische Signatur für die „Staatsgrenze” der DDR

Vor der Anerkennung der DDR durch die Regierung der Bundesrepublik Deutschland kennzeichnete die fette Strichlinie die Demarkationslinie zwischen den westlichen und der östlichen Besatzungszone.

B: In innerstädtischen Bereichen oder am Rand von Ortschaften verlief eine 3,6 m hohe Grenzmauer. Außerhalb von dicht besiedelten Gebieten kam meist ein Sperrzaun mit Streckmetall zum Einsatz.

C: Die Kfz.-Sperre bzw. der Panzersperrgraben. Diese Sperre war so konzipiert, dass sie lediglich für aus dem Osten kommende Fahrzeuge ein Hindernis darstellte. Für einen „Feind”

Der Chef der Grenztruppen Generalleutnant a.D. Baumgarten schreibt, „der Kfz.-Graben hatte zusammen mit anderen Sperrelementen die Aufgabe, Durchbrüche mit Kfz und leichter Gefechtstechnik zu erschweren. Der Steilhang war in Richtung Staatsgrenze angelegt, der flachere Gegenhang in Richtung Hinterland. Das ermöglichte die durchgehende Beobachtung des Grabens und bot den handelnden Grenzposten bei Angriffen Deckungsmöglichkeiten.”

(2) Das Zitat lässt erkennen, wie einfallslos sich die Verantwortlichen über den Sachverhalt hinwegtäuschten, dass der Kfz.-Sperrgraben nur die Funktion hatte, DDR-Bürgern die Flucht nach West-Berlin oder in die Bundesrepublik Deutschland zu erschweren.

C D: Der Spurensicherungsstreifen befand sich im Ausleuchtungsbereich der Lichtsperre und „feindwärts” des Kolonnenweges.

Fein säuberlich von Unkraut befreit und geharkt diente dieser Bereich zum Identifizieren von Spuren, die so genannte „Grenzverletzer” beim Überqueren hinterlassen mussten. Die Grenzposten waren mit Spurensuchlampen ausgerüstet, um Trittspuren sofort zu erkennen.

E: Der befestigte Kolonnenweg diente den Grenztruppen dazu, schnell in die Einsatzorte zu gelangen.

aus dem Westen stellte der Sperrgraben kein Hindernis dar. F: Die Lichtsperre diente zum taghellen Ausleuchten des Spurensicherungsstreifens. Die Masten waren zugleich auch die Grenzlinie für die Grenzposten, die sich auf keinen Fall weiter feindwärts im Grenzgebiet vorwagen durften. Auf Grenzer "westlich" des Kolonnenweges musste sofort ohne Warnruf oder Warnschuss geschossen werden. Die Devise war: „Bei der Vergatterung der Grenzposten, die für die Zeit des Einsatzes an der Staatsgrenze erfolgte, lautete die Aufgabe, „Grenzverletzer festzunehmen oder zu vernichten“. (3)

G: Führungsstellen und Beobachtungstürme

In Berlin gibt es nur noch eine begehbare Führungsstelle der DDR-Grenztruppen. Sie beinhaltet die „Gedenkstätte Günter Litfin“, der am 24. August 1961 von Transportpolizisten der DDR im Wasser schwimmend kaltblütig erschossen worden ist.

Aus den Beobachtungstürmen wurde das Grenzgebiet beobachtet. Um die Beobachtung zu ermöglichen, wurde das Grenzgebiet begradigt und Hindernisse aus dem Weg geräumt, d.h. Wohnhäuser wurden abgerissen, zwei Kirchen in Berlin zerstört, Friedhöfe mit Planierraupen zu freiem Schussfeld planiert.

Die Grenzposten kommunizierten mittels des Grenzmeldenetzes (GMN). Im Bereich der Alarmmelder befanden sich Buchsen, in die die Grenzposten ihre Sprechgeräte einstecken konnten. Aufgrund der Kabelverbindung (nicht Funk), konnte der Sprechverkehr nicht abgehört werden.

H: Flächensperren, auch Stalin Rasen genannt, sperrten besonders schwer zu sichernde Geländeabschnitte. Sie lagen bevorzugt in Uferbereichen und hinter Grundstücksmauern. Sprang ein Flüchtling von einem grenznahen Haus über den Grenzzaun, ohne den Stalin Rasen zu sehen, bohrten sich cm-lange Stahlnadeln in die Gliedmaßen des Opfers.

I: Höckersperren dienten dazu, „Grenzverletzer” in besser überwachtes Grenzgebiet umzuleiten und um ehemalige Straßen, Brücken oder Zugverbindungen zu blockieren.
Im Bereich H existierten auch Hundelaufanlagen. Sie sollten ebenfalls „Grenzverletzer” in besser überwachtes Schussfeld der Grenzposten umleiten.

Welchen Sinn machen Hunde an langen Leinen, um einen befürchteten Angriff der NATO abzuwehren. Haben alle NATO-Soldaten eine Hundehaarallergie? Bleiben NATO-Panzer im Angesicht sozialistische Kampfhunde stehen? Die Hundelaufanlagen sind ein weiterer Beleg dafür, dass die Grenze nur dazu diente, die eigene Bevölkerung hinter den Mauern gefangen zu halten.

J: Der Grenzsignalzaun signalisierte bei Berührung in der Führungsstelle Alarm. In der Führungsstelle konnte abgelesen werden, in welchem Grenzsegment der Alarm erfolgte und die Alarmgruppe, bestehend aus acht Grenzsoldaten, rückte aus.

K: Die Hinterlandmauer oder der Hinterlandzaun stellten das erste Sperrelement für die Bewohner der DDR dar.

Vor der Mauer bzw. dem Zaun befand sich in Ostberlin ein Grenzgebiet, welches nur mit Sondergenehmigung betreten werden durfte. Es gab keine spontanen Familienzusammenkünfte, da auch bei
Familienfeierlichkeiten nicht die gesamte Familie zeitgleich ins Grenzgebiet einreisen durfte. Sogar frisch vermählte Paare durften nicht gemeinsam die Schwiegereltern besuchen, insofern diese im Grenzgebiet wohnten. Zusätzlich zu Warnschildern existierten auch bewachte Schlagbäume, an denen die Einreise in das Grenzgebiet kontrolliert wurde.

 

 


 

1) Achtung! Alle Materialien der Grenztruppen und der NVA sind in den Besitz des Bundesarchivs übergegangen. Die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesarchiv ist die alleinige Rechtsnachfolgerin. Nur das Bundesarchiv kann Archivalien herausgeben und für die Benutzung freistellen.
2) Baumgarten, Klaus-Dieter; Freitag, Peter (Hrsg.): Die Grenzen der DDR, Berlin 2004, Seite 235.
3) ebenda, Seite 230