Willy Hieronymus Schreiber | Offener Brief

Offener Brief an Prof. Dr. Axel Klausmeier vom 26.09.2014

Willy H. SCHREIBER - Höhenrainerweg 16 - D-85570 Markt Schwaben

 

Gedenkstätte Berliner Mauer - Bernauer Straße 111 - 13355 Berlin

 

Prof. Dr. Axel Klausmeier                                                                26. September 2014

Podiumsdiskussion 'Friedensbrot'

Sehr geehrter Herr Professor Dr. Klausmeier,

bezugnehmend auf die am 01. Oktober 2014 unter Ihrer Beteiligung im Senatssaal der Humboldt-Universität Berlin stattfindende Podiumsdiskussion 'Friedensbrot', erlaube ich mir, Sie auf einen aktiven Teilnehmer und Gesprächspartner auf dem Podium, den Rechts-(?)-Anwalt Lothar de Maiziere, auch als IM „Czemy“ des ehem. MfS der DDR bekannt, hinzuweisen bzw. aufmerksam zu machen.

 

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Es ist jedoch anzunehmen, daß Sie als Leiter der Gedenkstätte Berliner Mauer über die damaligen und verbrecherischen Aktivitäten dieser Un-Person Lothar de Maiziere Kenntnis haben. So sollen Ihnen die hier beigefügten Stasi-Protokolle als Information zu diesem Denunzianten und MfS/Stasi-Zuträger dienen und sind als Beweisunterlagen zu werten.

Die kollusive* Denunzierung „...im Sommer 1981...“ war der Anlass zu meiner ungewollten Flucht in den WESTEN, den freien Teil West-Berlin.

Jedoch wurde ich auch hier, im sog. „Operationsgebiet“, d.h. im gesamten westlichen Ausland (!) von MfS/Stasi der DDR bis nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung, knapp zehn Jahre lang
mit Drangsalierungen und Angriffen auf Leib und Leben verfolgt.

Selbst vor Liquidierung (Tötung) mit der schriftlichen Bestätigung“ durch Generalleutnant Wolfgang Schwanitz schreckte man nicht zurück,(beigefügte Unterlage)

Auch die im Oktober 1987 erneut festgelegten Fahndungsmaßnahmen mit einer vorläufigen Laufzeit bis 31. Dezember 1999 (!!!) (beigefügte Unterlage) zeigt das verbrecherische Wesen von MfS/Stasi der ehem. DDR.

Und diese Un-Person Lothar de Maiziere - IM „Czerny“ lieferte durch seine Denunzierungen (einem RA glaubte das MfS eher) und tätigen Mitarbeit für des MfS den verlogenen Aulass für die inhumanen Aktionen gegen mich.

So bleibt festzustellen und zu fragen, wie verantwortet man vor sich selbst und den unzähligen Betroffenen als Leiter der Gedenkstätte Berliner Mauer, die für alle Opfer der Terror- und Gewaltherrschaft dieser DDR-Diktatur gedacht ist, sich mit einem solchen, offiziell registrierten Stasi-Informanten auf eine Stufe zu stellen??? Auch die christlichen Werte der Vergebung greifen hier nicht mehr.

kollusiv - Kollusion ist ein juristischer Begriff und bedeutet:

Unerlaubtes Zusammenwirken mehrerer Personen zum Nachteil eines Dritten, geheime betrügerische Verabredung, sittenwidrige Absprache. Sich zur Täuschung eines Dritten mit jemandem absprechen. Geheime Absprache zur Verdunkelung einer Straftat. Verbotene Verabredung.

Bitte legen Sie die beigefügten Unterlagen, wenn Sie möchten auch dieses Schreiben, dem für die Podiumsdiskussion zuständigen Moderator Christof Lanz vor.
Eventuell setzt er sich dann mit mir in Verbindung.

Obwohl ich diese Veranstaltung besuchen werde, möchte ich Sie höflichst bitten, mir auf dieses Schreiben und die beigefügten MfS/Stasi-Unterlagen, es sind nur wenige aus den mir insgesamt vorliegenden von über mehr als 5.000 Seiten, eine Antwort zu geben.

Danke für Ihr Verständnis.

Freundlichst

Willy H. Schreiber

 


Tipp: Schreiber, Willy Hieronymus
Im Visier : Chronik einer Flucht / Willy Hieronymus Schreiber. [Mit einem Vorw. von Norbert Blüm]. - 2. Aufl. - Jena : TvR, 2009. - 335 S. : Ill. ; 22 cm, 465 gr.
ISBN 978-3-940431-14-1