Hexagonaler Betonbunker, Signalanlage zur Auslösung von akustischem und optischem Grenzalarm, Grenzsignalzaun und Hinterlandsicherungsmauer in der Ausbauphase der ,zweiten' Generation (Plattenmauer - 1000 x 2450 x 60 [mm]).

Bunker, Alarmanlage und Signalzaun in der Ausbauphase der ,zweiten' Generation

Der „Antifaschistische Schutzwall″ (Mauer, Schandmauer, Berliner Mauer, bolschewistische Mordgrenze, GULagWall) in der ,zweiten' Ausbauphase (bezogen auf die Vorderlandmauer). Foto: Petera Matera, Lübeck

Folgende statische Sperrelemente des „Antifaschistischen Schutzwalls″ sind zu erkennen:

3 Meter hohe Hinterlandmauer (Plattenbauweise 2450 breit x 1000 hoch x 60 tief [mm]),
Grenzsignalzaun
(untermittelbar ,feindwärts' an der Hinterlandmauer),

elektrische Schaltkästen zur Spannungseinspeisung und Signalweiterleitung zur Führungsstelle (FÜSt),
Grenzalarmanlage
zur Auslösung von optischem und akustischem Alarm,

hexagonaler Bunker zur ,gedeckten' Beobachtung des Handlungsbereiches der Grenztruppen, sprich der Todeszone.

.


Tipp: Rathje, Wolfgang
"Mauer-Marketing" unter Erich Honecker : Schwierigkeiten der DDR bei der technischen Modernisierung, der volkswirtschaftlichen Kalkulation und der politischen Akzeptanz der Berliner "Staatsgrenze" von 1971-1990 / vorgelegt von Wolfgang Rathje. - 2001. - 996 S. - Kiel, Univ., Diss., 2001

Protokoll über die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen und die Verwaltung von Berlin, 12. September 1944

 

Protokoll zwischen den Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika, des Vereinigten Königreiches und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken über die Besatzungszonen in Deutschland und die Verwaltung von „Groß-Berlin“ [2].

 

Die Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika, des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nord-Irland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken haben folgendes Übereinkommen, im Hinblick auf die Ausführung des Artikels 11 der Urkunde der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands [3] erreicht:

 

1. Deutschland, innerhalb der Grenzen, wie sie am 31. Dezember 1937 bestanden, wird zum Zwecke der Besetzung in drei Zonen eingeteilt, deren je eine einer der drei Mächte zugewiesen wird, und ein besonderes Berliner Gebiet, das gemeinsam von den drei Mächten besetzt wird.

 

2. Die Grenzen der drei Zonen und des Berliner Gebietes und die Verteilung der drei Zonen unter den USA, dem UK und der UdSSR wird wie folgt sein:

 

Ostzone

 

(wie in der beigefügten Karte "A" ersichtlich) [4]

 

Das Gebiet Deutschlands (einschließlich der Provinz Ostpreußen), gelegen östlich einer Linie, die gezogen wird von dem Punkt an der Lübecker Bucht, wo die Grenzen Schleswig-Holsteins und Mecklenburgs zusammentreffen, entlang der Westgrenze Mecklenburgs, bis zu der Grenze der Provinz Hannover, dann entlang der östlichen Grenze von Hannover zur Grenze von Braunschweig; dann längs der westlichen Grenze der preußischen Provinz Sachsen zur westlichen Grenze von Anhalt; dann längs der Westgrenze von Anhalt; dann längs der westlichen Grenze der preußischen Provinz Sachsen und der westlichen Grenze Thüringens bis dahin, wo die letztere die bayrische Grenze trifft; dann ostwärts längs der nördlichen Grenze Bayerns bis zur tschechoslowakischen Grenze vom Jahre 1937, wird von den bewaffneten Streitkräften der UdSSR besetzt mit Ausnahme des Berliner Gebietes, für das ein besonderes Besetzungssystem weiter unten vorgesehen ist.

 

Nordwestliche Zone

 

(wie in der beiliegenden Karte "A" ersichtlich)

 

Das Gebiet Deutschlands, gelegen westlich der oben bezeichneten Linie, die von dem Punkt aus gezogen ist, wo die westliche Grenze Thüringens die bayrische Grenze trifft; dann westlich längs der südlichen Grenze der preußischen Provinzen Hessen-Nassau und der Rheinprovinz bis dahin, wo die letztere die Grenze Frankreichs trifft, wird von den bewaffneten Streitkräften von .... besetzt werden.

 

Südwestliche Zone

 

(wie in der beiliegenden Karte "A" ersichtlich)

 

Das restliche Gebiet Westdeutschlands, gelegen im Süden von der Linie, wie sie in der Beschreibung der nordwestlichen Zone definiert ist, wird von den bewaffneten Streitkräften von ... besetzt werden.

 

Die Grenzen der Länder und Provinzen innerhalb Deutschlands, auf die in den vorhergehenden Beschreibungen der Zonen Bezug genommen wurde, sind diejenigen, die auf Grund des Erlasses vom 25. Juni 1941

 

(veröffentlicht im Reichsgesetzblatt Teil 1 Nr. 72 vom 3. Juli 1941 [5] wirksam wurden.

 

Berliner Gebiet

 

(wie in den beiliegenden 4 Blättern der Karte "B" ersichtlich)

 

Das Berliner Gebiet (unter welchem Ausdruck das Territorium Groß-Berlins, wie im Gesetz vom 27. April 1920 definiert, zu verstehen ist) [6] wird gemeinsam von den bewaffneten Streitkräften der USA, des UK und der UdSSR, die durch die entsprechenden Oberkommandierenden dazu bestimmt werden, besetzt. Zu diesem Zweck wird das Gebiet von Groß-Berlin in die folgenden drei Teile eingeteilt.

 

Nordöstlicher Teil Groß-Berlins

 

(Bezirke Pankow, Prenzlauer Berg, Mitte, Weißensee, Friedrichshain, Lichtenberg, Treptow, Köpenick)

 

wird besetzt von den Streitkräften der UdSSR;

 

Nordwestlicher Teil Groß-Berlins

 

(Bezirke Reinickendorf, Wedding, Tiergarten, Charlottenburg, Spandau, Wilmersdorf)

 

wird besetzt von den Streitkräften der ...

 

Südlicher Teil Groß-Berlins

 

(Bezirke Zehlendorf, Steglitz, Schöneberg, Kreuzberg, Tempelhof, Neukölln)

 

wird besetzt von den Streitkräften der ...

 

Die Grenzen der Bezirke innerhalb Groß-Berlins, auf die in den vorhergehenden Beschreibungen Bezug genommen wurde, sind diejenigen, die auf Grund des am 27. März 1938 veröffentlichten Erlasses

 

(Amtsblatt der Reichshauptstadt Berlin Nr. 13 vom 27. März 1938, Seite 215) [7]
wirksam wurden.

 

3. Die Besatzungsstreitkräfte jeder der drei Zonen, in die Deutschland eingeteilt wird, unterstehen einem Oberkommandierenden, der von der Regierung desjenigen Landes, dessen Streitkräfte die betreffende Zone besetzen, bestimmt wird.

 

4. Jede der drei Mächte kann nach ihrem Ermessen in die für Besatzungspflichten zugewiesenen Streitkräfte unter dem Kommando ihres Oberkommandierenden Hilfskontingente von Streitkräften anderer alliierter Mächte, die an militärischen Operationen gegen Deutschland teilgenommen haben, einbeziehen.

 

5. Eine Interalliierte Regierungsbehörde (Komendatura), bestehend aus drei Kommandanten, die jeweils von ihren entsprechenden Oberkommandierenden ernannt worden sind, wird gegründet, um eine gemeinsame Verwaltung des Groß-Berliner Gebietes zu errichten.

 

6. Dieses Protokoll ist in dreifacher Ausfertigung in englischer und russischer Sprache entworfen worden. Beide Texte sind authentisch.Das Protokoll tritt bei Unterzeichnung der Urkunde der bedingungslosen Kapitulation durch Deutschland in Kraft.

 

Der obige Text des Protokolls zwischen den Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika, des Vereinigten Königreichs und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken über die Besatzungszonen in Deutschland und die Verwaltung von Groß-Berlin ist vorbereitet und einstimmig angenommen worden von der Europäischen Beratenden Kommission bei der am 12. September 1944 abgehaltenen Sitzung mit Ausnahme der Verteilung der nordwestlichen und der südwestlichen Besatzungszonen in Deutschland und der nordwestlichen und südlichen Teile Groß-Berlins, die einer weiteren Prüfung und eines weiteren Übereinkommens der USA, des UK und der UdSSR bedarf.

 

Vertreter der Regierung der USA bei der Europäischen Beratenden Kommission:

 

JOHN G. WINANT

 

Vertreter der Regierung des UK bei der Europäischen Beratenden Kommission:

 

WILLIAM STRANG

 

Vertreter der Regierung der UdSSR bei der Europäischen Beratenden Kommission:

 

F. GUSEW

 

Lancaster House, London, S.W. 1 den 12. September 1944

 

 

Bewertung: Die „Europäische Beratendende Kommission″ (European Advisory Commission, EAC) war ein beratendes Organ. Deshalb handelt es sich bei den Protokollen und Beschlüssen um Arbeitsvorlagen und nicht um internationale Abkommen oder Beschlüsse. Das Zonenprotokoll sollte den Regierungschefs der drei Mächte und den Außenministern bei der Konferenz von Jalta und der Potsdamer Konferenz als Arbeits- und Entscheidungsvorlage zur Festlegung der Besatzungszonen und den daraus resultierenden Rechten und Pflichten dienen.

 

 

 

QUELLEN.- The Conferences at Malta und Yalta. S. 118 ff; dt. Ausg.: S. 111 ff; Germany, Zones of Occupation und Administration of „Greater Berlin“ Area: Documents on Germany, 1944-1959, S. 1 ff; Dokumente zur Berlin-Frage 1944-1959, 2. Aufl., S. 27 ff; Deuerlein, Einheit Deutschlands, Bd. 1, 2. Aufl.. S. 314 ff

 

2) Fußnote 1 aus "Conferences of Malta und Yalta", S. 118: In einem nicht datierten Anhang zum Dokument J.C.S. 577/28 (J.C.S. - Joint Chiefs of Staff - Vereinigte Stabschefs der US-Streitkräfte) findet sich der folgende Entwurf einer Nachricht der Vereinigten Stabschefs an den amerikanischen Kriegs- und den Marineminister: „Der Gemeinsame Generalstab (Joint Chiefs of Staff) empfiehlt, den Staatssekretär zu benachrichtigen, dass vom militärischen Standpunkt aus keine Gründe bestehen, warum der Protokollentwurf der Europäischen Beratenden Kommission bezüglich der Besatzungszonen in Deutschland und der Verwaltung Groß-Berlins nicht genehmigt werden soll.“

 

Wegen des Textes des Abkommens vom 14. November 1944 zwischen den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und der Sowjetunion betreffs Ergänzung zu diesem Protokoll siehe weiter unten.

 

Ein Brief des amtierenden Staatssekretärs (Grew) an den Kriegsminister (Stimson) vom 28. Februar 1945 bezog sich auf das Protokoll, das wie folgt ergänzt ist:

 

… Die Ankündigung von der Zustimmung des Präsidenten zu dem ergänzten Protokoll wurde vom State Department am 4. Dezember 1944 entgegengenommen. Das Ergebnis der Unterredungen zwischen den britischen und amerikanischen Militärbehörden bezüglich der Zonen war indessen in der Schwebe, bis am 1. Februar 1945 in einem Telegramm von Malta durch den Staatssekretär mitgeteilt wurde, dass Botschafter Winant autorisiert wurde, die Europäische Beratende Kommission von der Zustimmung der amerikanischen Regierung zu dem ergänzten Protokoll zu unterrichten. Die offizielle Zustimmung der britischen Regierung wurde am 5. Dezember 1944 verkündet, und die sowjetische Regierung gab ihre Zustimmung am 6. Februar 1945 bekannt.“

 

3) Art. 11 des Urkundenentwurfs über die bedingungslose Kapitulation Deutschlands lautet:

 

"Die Alliierten Vertreter stationieren Streitkräfte, Zivildienststellen in irgendwelchen oder allen Teilen Deutschlands nach ihrem Gutdünken.“

 

Das Protokoll über diesen Urkundenentwurf wurde von den Vertretern der Vereinigten Staaten von Amerika, des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und der Sowjetunion in der Europäischen Beratenden Kommission am 25. Juli 1944 in London unterzeichnet.

 

Vgl. Konferenzen von Malta und Jalta. Dt. Ausgabe, S. 109, amerikanische Ausgabe, S. 116.

 

4) Insgesamt existieren vier Karten (A, B, C, D) zu den Londoner Protokollen. Sie wurden u. a. vom amerikanischen Außenministerium in der Reihe Treaties and other International Act Series" 3071 unter dem Titel "Germany. Zones of Occupation and Administration of Greater Berlin Area“ vom Department of State unter der Publikationsnummer 5729 im Jahr 1955 in Washington veröffentlicht.

 

5) Bei diesem Erlass handelt es sich um eine „Verordnung (des Reichsinnenministers) über Gebietsbereinigungen im Raume der Hermann-Göring-Werke Salzgitter“. Durch sie wurden die preußischen Gebietsteile des Stadtkreises und des Landkreises Goslar sowie aus den Landkreisen Marienburg (Regierungsbezirk Hildesheim) und Wernigerode eine Anzahl von Gemeinden in das Land Braunschweig eingegliedert. Aus dem Land Braunschweig wurden dafür der Landkreis Holzminden, aus den Landkreisen Gandersheim, Braunschweig und Wolfenbüttel eine Reihe von Gemeinden in das Land Preußen eingegliedert. Die Verordnung trat am 1. August 1941 in Kraft.

 

6) Veröffentlicht in der Preußischen Gesetzsammlung, Jg. 1920, Nr. 19, S. 123-150. Durch dieses Gesetz bildete die neue Stadtgemeinde Berlin nach § 1, Abs. 2, für sich einen voll der Provinz Brandenburg abgesonderten Kommunalverband und Verwaltungsbezirk.

 

7) In einer Anlage als Nachtrag zur Hauptsatzung der Reichshauptstadt wurde vom damaligen Berliner Oberbürgermeister Dr. Julius Lippert der Verlauf der Verwaltungsbezirksgrenzen der 20 Berliner Verwaltungsbezirke neu festgelegt, wobei es sich aber nur um geringfügige Änderungen der bis dahin bestehenden Grenzen handelte.

 

 

 

 

Über die Pläne zur Behandlung Deutschlands und über die Arbeit der EAC vgl.:

 

Lit.: A Decade of American Foreign Policy, Basic Documents, 1941-1949, S. 9 ff;
Lit.: The Conference of Berlin (Potsdam), Vol. II, S. 614;
Lit.: Deuerlein: Einheit Deutschlands, Bd. 1, 2. Aufl., S. 60 ff;
Lit.: Moltmann: Amerikas Deutschlandpolitik im Zweiten Weltkrieg;
Lit.: Mosely: Friedenspläne der Alliierten und die Aufteilung Deutschlands, Europa-Archiv 1950, S, 3032 ff;
Lit.: Churchill: Memoiren, Bd. IV, 2. Hlbd., S. 188 f;
Lit.: Thayer: Die unruhigen Deutschen, S. 25 ff

 

 

DER INSULANER* war eine satirische Zeitschrift, mit der Günter Neumann Alltägliches sowie die Politik samt Irrungen und Verwirrungen zur Zeit der Berlin Blockade darstellen wollte. Da der Vertrieb / Verkauf im sowjetischen Besatzungssektor (SBS) und in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) verboten war, konnte sich das Blatt, welches seit September vierzehntägig erschien, nicht etablieren. Zur Markteinführung strahlte der RIAS-Berlin eine von Günter Neumann eigens dafür produzierte Werbesendung mit dem Titel DER CLUB DER INSULANER** aus, die allerdings von den RIAS-Hörern so begeistert aufgenommen wurde, dass Günter Neumann weitere 150 Kabarettprogramme produzieren musste.

 
 

Sendung Nr. 1: 25.12.1948

 

Sendung:Nr. 150: 1964

 


 
 

* Der Insulaner / hrsg. von Günter Neumann. - 1/2.1948/49. - Berlin-Wannsee : Dreilinden-Verl. ; Berlin-Dahlem : Haueisen-Verlag
** Günter Neumann und seine Insulaner : ein Stück Nachkriegsgeschichte Berlins im Spiegel einer Sendereihe von RIAS Berlin : Aufnahmen aus den Jahren 1948 - 1964 ; [CD] [CD] / Günter Neumann [Komp.] ; Olaf Bienert [Textverf.]. - Hambergen : Bear Family Records ; Berlin : Günter-Neumann-Stiftung, 1995. - 8 CDs + 1 Beih. (84 S.). - Enth.: CD 1: Insulaner-Ausrufer. Insulanerlied. Herr Kummer. Aus dem Westen zurück. Münchhausen, du schwindest so schön. Bürokratismus. Lyrikwerk in der Ostzone. Vom Kaviar zum Störsender. Insulanerlied. Cocktailparty. Genosse (und der Karneval). Politische Kommentatoren. Wir sind kapitalistisch geknechtet. Genosse (und das Pfingsttreffen). Dann schlagen wir die Hände über'm Kopp zusamm'. CD 2: Die Schönheitstänzerin. Wo isst man denn berlinisch? Die Alten sind doch noch ganz gut. Klatschdamen. Ich hab nun mal ein Faible für die Kleinstadt. Guten Morgen. Offener Brief an Herrn von Cube. Genosse (und die Westbevölkerung). Wenn zwei dasselbe tun. Genosse. Sehn'se das ist Berlin. Schlaf, schlaf, schlaf, mein Kind.. - CD 3: Könn' sie mir sagen, warum? Genosse (und die fortschrittlichen Schaufenster). Ungehörtes Verhör des Lukullus. Die Friedenstaube. Genosse (und die Ziersprüche). Klatschdamen (und die Literatur). Genosse (und die Armee in der DDR). Genosse (und das Weihnachtsfest). Hunderttausend Kerzen brannten. Reuter in Amerika. Genosse (und die Mangelerscheinungen). CD 4: Entspannung im Osten. Genosse (der 17. Juni und die grosse Schuld). Sind die so dumm oder stell'n die sich so? Genosse (und der grosse Aufschwung). Die Konferenz beginnt. Man muss es auch mal von der ander'n Seite seh'n.. - CD 5: Nit mööglich. Genosse (und die letzten Tage der DDR). Der totale Jazz. Aber diesmal sind wir schon wach. Es ist ja Karneval. Genosse (und das Schillerjahr). Da kann einem manchmal das Lachen vergeh'n. Ansage zur 75. Sendung "Der Insulaner". CD 6: Kommt nach Berlin. Genosse (und die Abwanderung). Hier ist RIAS ...So kam der RIAS nach Berlin. Das ham se wohl vergessen in der Eile ...Aber sonst ist es schön im Sowjetparadies. Karajan. Gesinnungswandel im Osten. Genosse (und der Frohsinn). Insulaner-Sendung: Aber auslöschen könnt ihr sie nicht; seid wachsam, Leute; die Friedenstaube; man soll nicht verzweifeln.. - CD 7: Wünsche an den Weihnachtsmann. Umsiedlung der Bundesregierung. Klatschdamen (und der Ladenschluss). Das ist leicht - das ist schwer. 1984. Interbau. Genosse (und der Geldumtausch). Nun ist es genug. CD 8: Aber nicht gucken. Berlin in der Lüneburger Heide. Russische Geschichte ist sehr schwer. Ein Rentner will zu Ulbricht. Das gibt es nur in Berlin. Bauboom in Bonn. Wiederseh'n Conny. Ansage Insulaner-Sendung; Insulanerrefrain. In dieser Stunde. Woll'n wir wetten; Insulanerlied. - Interpr.: Neumann, Günter [Gsg Sprech]. Bienert, Olaf [Sprech].. - Fritz, Bruno [Gsg Sprech]. Furtner, Joe [Gsg Sprech]. Gross, Walter. - [Gsg Sprech]. Sais, Tatjana [Gsg Sprech]. Schollwer, Edit [Gsg Sprech]. - Trautschold, Ilse [Gsg Sprech]. Wenck, Ewald [Gsg Sprech]. Windeck, Agnes. - [Gsg Sprech]. - P 1995

 

 

 

Das wichtigste Sperrelement des „Antifaschistischen Schutzwalls” waren die sogenannten Grenzpolizisten (Grepos). Ihre militärische Ausbildung hinsichtlich ideologischer Fragestellungen (Politunterricht, Rotlichtbestrahlung) und praktischer Aufgaben (Schießausbildung) gewährleistete, dass Flüchtlinge, die die DDR in Richtung Westen verlassen wollten, als Verbrecher und Staatsfeinde betrachtet wurden, deren bedingungslose Vernichtung für die „sozialistischen Friedenskämpfer″ Ehrensache war.

Sogenannte „Grenzsoldaten˜ dokumentieren Ereignisse am Checkpoint Charlie während der Entstehung des Mauerkunstwerkes von Deborah Kennedy am 15.04.1989. Foto: Ha.-Jo. Burmeister, Berlin

Sogenannte „Grenzsoldaten˜ dokumentieren Ereignisse am Checkpoint Charlie während der Entstehung des Mauerkunstwerkes von Deborah Kennedy am 15.04.1989.
Foto: © Ha.-Jo. Burmeister, Berlin

Das wichtigste Sperrelement ...

... des »Antifaschistischen Schutzwalls«, im Westen zuerst als Schandmauer, dann im Zuge der Entspannungspolitik verharmlosend als Mauer bzw. Berliner Mauer bezeichnet, war der sogenannte „GRENZPOLIZIST” bzw. „GRENZSOLDAT der sogenannten „Grenztruppen” der DDR. Durch eine Anordnungs- und Befehlskette, die vom FAHNENEID (Siehe: AFS 1/61 (1) - 5. Jahrestag NVA / Anatal Lux: Der Eid) über die BEFEHLE 101 des Ministers für Nationale Verteidigung und den untergeordneten Befehlen 80, 40, 20 sowie den Streng Geheimen DIENSTVORSCHRIFTEN (z.B.: DV 30/10) bis hin zu der mündlichen VERGATTERUNG reichte, wurde den Angehörigen der bewaffneten Organe der DDR das Schießen bzw. Vernichten von Deutschen befohlen.

Vergatterungsformel: „Der [x.] Zug sichert den Sicherungsabschnitt [a bis c] der Kompanie mit der Aufgabe, Grenzdurchbrüche nicht zuzulassen, Grenzverletzer vorläufig festzunehmen bzw. zu vernichten und den Schutz der Staatsgrenze unter allen Bedingungen zu gewährleisten”.

Um diesem Befehl genügen zu können, erhielten die Waffenträger eine Spezialausbildung im Schießen. Eine zusätzliche Motivation bestand in der Belobigung in Form eines Bestenabzeichens. Erfolgreiche Todesschützen wurden zudem mit einer Aktentasche bzw. Armbanduhr ausgezeichnet. Zusätzlich erhielten sie zudem oft auch noch eine Geldprämie und Sonderurlaub.

Im Polit-Unterricht wurden die jungen Soldaten unterwiesen. Sogenannte Grenzverletzer sind nicht zu verschonen. Das Argument „Deutsche schießen nicht auf Deutsche” war nicht wirksam, weil (nach der Argumentation der Ausbilder) auch die Nazi-Mörder (sprich: nationalsozialistische Mörder) Deutsche waren, und ohne Frage für ihre Verbrechen während der NS-Zeit bestraft werden müssen. Die SED- und NVA-Politologen stellten damit unbewaffnete, friedvolle Menschen, darunter Frauen und Kinder, die sich durch Flucht dem KZ-DDR zu entziehen versuchten, um im Westen in Freiheit und mit den ihnen zustehenden Bürgerrechte Leben wollten, mit nationalsozialistischen Mördern und nationalsozialistischen „KZ”-Wächtern gleich.

Auf dieser ideologischen Grundlage befahlen sie ihren Waffenträgern als Diener der Arbeiter- und Bauermacht, sogenannten „Republikflüchtlinge“ mit militärischer Präzision erbarmungslos zu vernichten. An der Berliner Sektoren- und Zonengrenze ist dies in mindestens 136 Fällen (Zentrum für zeithistorische Forschung) geschehen. Andere Quellen hingegen geben die Zahl der Opfer der sowjetzonalen Todesschwadronen mit 245 (Arbeitsgemeinschaft 13. August 1961 e.V.) an.

In der offiziellen Betrachtungsweise der damaligen Politik der Bundesrepublik Deutschland wurden Angehörige der bewaffneten Organe der DDR, die Menschen an der Sektoren- bzw. Zonengrenze erschossen haben, weil sie von Deutschland nach Deutschland wollten, im Gegensatz zu heute, als Mörder betrachtet. Die Schützen hatten ohne Not und Gefahr für das eigene Leben auf unbewaffnete Menschen, darunter Kinder und Jugendliche, scharf und gezielt mit der Absicht geschossen, Republikflüchtlinge” zu vernichten! In vielen Fällen wurden die Angeschossenen stundenlang liegen gelassen, ohne ihnen Erste-Hilfe-Maßnahmen zukommen zu lassen; statt dessen schlugen die sogenannten Grenzpolizisten bzw. Grenzsoldaten auf die am Boden liegenden Schwerverletzten ein, beschimpften und schlugen sie - bis der Tod nach Stunden des Leidens eintrat.

Diese Sozialisten vertraten die Ansicht, dass sie mit dem Niederschießen von wehrlosen Menschen einen positiven Beitrag für die „Völkerfreundschaft” und den „Weltfrieden” leisteten.

Um sich in das strahlende Licht der Heroen zu stellen, sangen sie das Fragment von Helmut Richter „XX. Parteitag” (Hanns Eisler, „Ernste Gesänge″, Nr. 5.)

Ich halte Dich in meinem Arm umfangen
Wie ein Saatkorn ist die Hoffnung aufgegangen
Wird sich nun der Traum erfüllen,
derer die ihr Leben gaben
für das kaum erträumte Glück
Leben - ohne Angst zu haben!
Leben - ohne Angst zu haben!


Tipp 1: Eisler, Hanns
Ernste Gesänge [CD] / Hanns Eisler

Tipp 2: Eisler, Hanns
Ernste Gesänge : für Bariton u. Streichorchester ; nach Texten von Hölderlin, Bertolt Viertel, Leopardi, Helmut Richter u. Stephan Hermlin [Noten] / Hanns Eisler. - Partitur, 2. Aufl. - Leipzig : Dt. Verl. für Musik, 1978. - 27 S. ; 30 cm