Geschichte der Berliner Mauer, -kunst, Bernauer Straße und Post Berlin Wall Art
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- Written by: Ralf Gründer
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Während der Wendezeit (November `89 bis April 1990) enstanden entlang der Mauer, jetzt aber diesseits und jenseits des „Antifaschistischen Schutzwalls“, als auch an den Innenseiten der Vorderland- wie Hinterlandmauer, Street Art. Der bekannteste Akteur, der während dieser Zeit die Mauer mit seiner Kunst flächendeckend überzog, war Indiano.
Er malte Werke mit monströsen Fabelwesen, die von unten bis oben die Segmente der ehemaligen Vorderlandmauer ausfüllten und Slogans trugen wie: „Save the Earth“, „SAVE, „STOPP DEATH“, „SMASH ALL WALLS“, „THINK GLOBAL“, „CHANGE LIFE“, „DO OR DIE“, „CHANGE YOUR LIFE“, „FIGHT YOUR MISERY“, „ACT UP! NOW“, „CULTURE ATTACK“, „SAVE EARTH“, „STOPP RACISM“, „SMASH NOR MALE POLITIX“.
Indiano-Galerie: © Hans-Joachim Burmeister, Berlin (Nov., Dez. 1989)
Insbesondere die ehemalige Mauer am Brandenburger Tor war ein hotspot für Wendezeit-Kunst.
Wendezeit-Gallery: © Ralf Gründer, Berlin (12.1989)
Wolfgang Dietzel fotografierte Wendezeit-Malerei auf der politisch nach 'Osten' zeigenden Seite der ehemaligen Hinterlandmauer. In Ostberlin war dieser Bereich vormals als Sperrgebiet gekennzeichnet und durfte nur von Personen mit bestimmten Berechtigungen betreten werden. Ortsfremde Personen wurden sofort von der dort wohnenden Bevölkerung gemeldet oder durch die Vopo aufgegriffen und kontrolliert bzw. verhaftet. Dem zum Trotz gelang es dennoch immer wieder ortfremden Ostberlinern, dieses Sperrgebiet zu betreten und sogar Fotos vom Grenzbereich aufzunehmen. Ein Beispiel dafür ist Gerd Rücker, der immer wieder entlang dieses Grenzsperrgebietes spazieren ging und Fotos vom ihm verwehrten Areal aufnahm*.
Wendezeitgallery ::: XY
Der DDR-Kameramann Wolfram Hornbogen fotografierte im Schlesischen Busch einen Parkplatz für von der NVA abgeräumte Mauersegmente, die mit Kunstwerken aus der Zeit der Berliner Mauer übersät waren.
Wendezeitgallery Wolfram Hornbogen
Im Bereich des Checkpoint Charlie wurden diese Mauersegmente deponiert.
Fotos: © Ralf Gründer
Tipp: Gerd Rücker: Der verbotene Blick
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- Written by: Super User
- Category: Post Berlin Wall Art
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Nach dem Fall der SED und der damit einhergehenden Demontage des „Antifaschistischen Schutzwalls“ entstand die „skurille Situation“, die es Privatpersonen ermöglichte, Segmente bzw. Segmentbereiche übertragen zu bekommen.
Das „Mauerversprechen” von Wolfgang Thierse an Kofi Annan.
Stasi-Offizier Hauptmann a. D. Hagen Koch erläutert, warum es möglich war, dass nach dem Fall der SED/DDR privaten Personen Bereiche bzw. Segmente der Berliner Mauer gehören konnten.
Video: © Ralf Gründer, Berlin Produktion: DDT - Das freie Dokumentarfilm-Team
Protagonisten: Kofi Annan als UN-Generalsekretär Wolfgang Thierse als Bundespräsident Bodyguards als Statisten
Ort: Segmente der Berliner Mauer bzw. des „Antifaschistischen Schutzwalls” am Potsdamer Platz, Berlin
Auf diese Weise gelangten Erich Stanke und Ben Wagin in den Besitz von Teilbereichen der Berliner Mauer.
Der Kaufmann Erich Stahnke wurde daraufhin am Potsdamer- bzw. Leipziger Platz aktiv und kämpfte gegen eine gewaltige Übermacht, die von Sony bis zur Bundesregierung reichte, die dort ihre Bauvorhaben realisieren wollten. Zusammen mit Berliner Künstlern (Lisa Brown, Kiddy Citny, Ute Donner, Thierry Noir, ...) veranstaltete Stanke Kunstaktionen zur Bemalung der Mauer, um diese vor dem Abriß zu schützen.
Der Künstler Ben Wagin sicherte sich mehrere hundert Meter Berliner Mauer am Schiffbauer Damm und gestaltete daraufhin dort das „Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt". Daraufin entbrannte ein jahrelanger Kampf um den Erhalt dieser Segmente am historischen Ort, weil die Bundesregierung an Ort und Stelle mehrere Bauvorhaben (Marie-Elisabeth-Lüders) realisieren wollte.
Der ehemalige Stasioffizier Hagen Koch (Wachregiment Feliks Dzierynski) sicherte sich den ehemaligen B-Turm am Kieler Eck. Um gewissen Konflikten aus dem Weg zu gehen, übergab er die „Führungsstelle“ dem Bruder des SED-Mordopfers Günter Liften. Jürgen Litfin, der sich im anschließenden Konflikt mit Hagen Koch durchsetzte, übernahm den Turm, war allerdings aber nicht in der Lage, den B-Turm zu managen und musste den Turm an die Gedenkstätte Berliner Mauer abgeben.
In Absprache mit den damals zuständigen Behörden realiserte Dave Monty das 1,3 km lange Kunstprojekt „East Side Gallery“. In Absprache mit ihm und seinem Team, wurden die von Künstlern eingereichten Arbeiten abgelehnt oder akzeptiert. Daraufhin wurde dem Künstler ein Vertrag vorgelegt, der unterschrieben werden musste. Wild malen war nicht erwünscht.
An anderen Stellen kam es während der Wendezeit kurzzeitig zu Malaktionen. Diese Segmente sind abgeräumt worden und mit ihnen sind auch die darauf gemalten Bilder verschwunden.
An vielen anderen Stellen in Berlin und anderwo stehen Segmente der Berliner Mauer und erinnern an die Teilung Deutschlands bzw. Europas.
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