Das STASI-Folteropfer Adam Lauks demonstrierte während des Besuch der Kanzlerin im BStU-Archiv.
Foto: © Ralf Gründer, 16.01.2010
Foto: © Ralf Gründer, Berlin (10.01.2016)
Adam Lauks: „Ich bin ein Folteropfer der Stasi!“
Das Stasifolteropfer Adam Lauks demonstriert für die Aufarbeitung der von dem ehem. Ministerium für Staatssicherheit der DDR begangenen Verbrechen. - Vor 20 Jahren besetzten DDR-Bewohner die Stasi-Zentrale in Lichtenberg.
Am Tag der Demonstration von Adam Lauks begrüßten Marianne Birthler und Frau Prof. Monika Grütters (MdB) die Gäste zum Bürgerfest in der Ruschestraße 3. Hier war die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Polizistenmörder Erich Mielke, in der DDR zum Armeegeneral aufgestiegen, führte das „Schwert der Partei“ mit starker tschekistischer Arbeiterhand bis ins hohe Greisenalter. Erst der Fall der SED/DDR katapultierte den Doppelmörder ins Gefängnis.
STASI-Folteropfer Adam Lauks berichtet aus Erich Mielkes ehemaliger Zelle im STASI-Haftkrankenhaus Berlin-Hohenschönhausen und über seinen Privatkrieg gegen das MfS.
Adam Lauks berichtet aus Erich Mielkes ehem. Zelle im Haftkrankenhaus Berlin-Hohenschönhausen, Flur 58.
Kamera: © Ralf Gründer, Berlin (2010)
Am 2. Februar 1990 wurde Erich Mielke ins Haftkrankenhaus der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen eingewiesen. Nur wenige Tage später, am 8. März 1990 wurde der ehemalige Minister der SED bereits wieder aus gesundheitlichen Gründen entlassen. Im Juli 1990 wurde der Ex-General erneut in Untersuchungshaft genommen, nachdem das Krankenhaus der Volkspolizei Mielkes Haftfähigkeit untersucht und bestätigt hatte. Wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und „Rechtsbeugung“ wurde der „größte Menschenhasser der DDR“ zunächst in ein West-Berliner Krankenhaus eingeliefert, um dann in die Haftanstalt Rummelsburg in Ost-Berlin und nach Plötzensee verlegt zu werden.
Nachdem Mielkes Anwalt schlechte Haftbedingungen für den „Polizistenmörder“ geltend machen konnte, wurde Erich Mielke am 4. Oktober 1990 in die JVA-Moabit verlegt.
Das STASI-Folteropfer Adam Lauks berichtet im Interview von seinem Privatkrieg gegen das Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Ursache für das nicht loslassen können besteht auch sicherlich darin, dass viele Opfer des MfS nach dem Fall der SED/DDR kein Gehör bzw. keine Wiedergutmachung erfahren haben. Die Täter fanden sich in guten Positionen wieder und Mitläufer verharmlosten ihre Mittäterschaft. Dieses Interview ist ein Zeugnis für die Schwere der Verarbeitung erlittenen Unrechts!
Tipp 1: Behandlungszentrum für Folteropfer <Berlin>
Das Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin / [Text: Sybille Weber]. - Berlin, [o.J.]. - 20 S. : zahlr. Ill.
Tipp 2: Weber, Ralf
Umgang mit Folteropfern im Asylverfahren : qualitative und quantitative Auswertung von 40 Asylanhörungsprotokollen und Asylentscheiden des Bundesamtes für die Anerkennung Ausländischer Flüchtlinge / Ralf Weber & Sepp Graessner. [Verf.:] Das Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin. [Hrsg.:] Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e. V. - Berlin, 1996. - 33 S. : graph. Darst.
Tipp 3: Das Unsagbare : die Arbeit mit Traumatisierten im Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin ; Festschrift zum 10jährigen Bestehen des Behandlungszentrums für Folteropfer Berlin / A. Birck ... (Hrsg.). - Berlin [u.a.] : Springer, 2002. - XVIII, 303 S. : Ill. ; 24 cm. - Literaturangaben.
ISBN 3-540-43856-4
Tipp 4: Ghahramani, Zarah
Zum Verrat gezwungen : als Folteropfer in einem iranischen Gefängnis / Zarah Ghahramani. Mit Robert Hillman. Aus dem Engl. von Michael Schmidt. - Ungekürzte Ausg., 1. Aufl. - Berlin : Ullstein, 2009. - 253 S.
(Ullstein ; 37283)
Einheitssacht.: My life as a traitor <dt.>.
ISBN 978-3-548-37283-9
Tipp 5: Erich Mielke - Biographie : Aufstieg und Fall eines Tschekisten ; [Medienkombination] / Wilfriede Otto, 736 Seiten : Illustrationen + 1 CD, Berlin : Dietz Verl., 1999
Tipp 6: Interview mit dem ehem. Staatsanwalt Matthias Bath über den Polizistenmörder Erich Mielke
