Kamera, Ton und Edit: © Ralf Gründer, Berlin (17.10.2025)
Produktion: DDT - Das freie Dokumentarfilm-Team
 
Am 17. Oktober 2025 berichtet der Fluchthelfer und Buchautor Dr. Burkhart Veigel im Gespräch mit Georg Pahl über Tunnelfluchten aus Ostberlin, Treptow nach Neukölln, Berlin (West). Zur Sprache kommen dabei der Jercha-, Franzke- und Arndt-Tunnel, die aus den Kellern der Häuser Heidelberger Str. 35 und 36 gegraben wurden.
 
Der Franzke-Tunnel wurde von Boris Franzke und anderen in der Zeit zwischen dem 28. März und dem 8. April 1963 von der Heidelberger Str. 35 bis zur Heidelberger Str. 74 gegraben. Obwohl die Tunnelgräber von den Stasi-Spitzeln Werner Kiontke und einem IM „Jürgen“ observiert wurden, gelang am 8. April 13 und am 9. April weiteren 7 Flüchtlingen die Flucht. Warum die Spitzel den Tunneleinstieg in der Heidelberger Str. 75 einen Tag später ihren Führungsoffizieren meldeten, ist unbekannt. Am 9. April, gegen 17.30 Uhr, entdeckte eine Mieterin den Tunnel, die diese Beobachtung dem Hausbesitzer meldete, der wiederum die VP benachrichtigte.     
 
Der Arndt-Tunnel scheiterte leider, ohne dass es jedoch zu Verrat und/oder Verhaftungen kam. Aus dem Hauswirtschaftskeller der Heidelberger Str. 36 gruben Dietrich und Peter Arndt sowie Jürgen Dill einen Tunnel zur gegenüberliegenden Heidelberger Str. 75. Dabei handelte es sich um ein freies Grundstück einer Baufirma, welches durch einen Zaun vor den Blicken der Grenzer geschützt war. Als der Tunnel den Bürgersteig errreichte, brach dieser ein, vermutlich, weil hier aufgrund der nicht vorhandenen Bebauung der Boden nicht so verdichtet war, wie an anderen bebauten Stellen. Die Stasi vermeldete: Lage des Agententunnel in der Heidelberger Str. 75 (aufgedeckt am 09.04.1963). ...

Tipp 1: Wege durch die Mauer - Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West / Burkhart Veigel, Berlin : Ed. Berliner Unterwelten im Ch. Links Verlag, 2019, 619 Seiten : Ill., graph. Darst., Kt. ; 23 cm, 5., erw. Aufl. mit  Literaturverz. S. 603 - 610, Deutsch, ISBN 978-3-96289-073-5

Tipp 2: Mut und Freiheit – „Meine“ Flüchtlinge und meine Fluchthelfer-Freunde:, Verlag: BoD, Book on Demand GmbH, 2025, 494 S., etc., ISBN 978-3-8192-1465-3

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